DI\17.10.17\20:00
Kiesel im k42

Jonas Lüscher liest aus „Kraft“

Autorenlesung

Jonas Lüscher ist einer der wenigen Schriftsteller ist, die sich klug und genau in der Beobachtung, scharfzüngig, sinnlich und unterhaltsam mit wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Phänomenen unserer Zeit auseinandersetzen. Auch in seinem neuen Roman mit dem erwartungsvollen Titel „Kraft“. Er nimmt seinen Ausgang mit der berühmten philosophischen Behauptung, dass unsere Welt die beste aller möglichen Welten sei.

Der Romanheld ist Rhetorikprofessor an der Universität Tübingen, Richard Kraft heißt er, und seine Welt ist sicher nicht die beste: Die Ehe mit Heike ist kaum erträglich und der Treibstoff der Beziehung aufgebraucht. Da kommt es ihm gelegen, dass ein Milliardär, Investor und Unternehmer im kalifornischen Silicon Valley, einen philosophischen Wettbewerb über die optimistische Auffassung, dass alles gut sei, ausgeschrieben hat. Er formuliert die Wettbewerbsfrage so: „Weshalb alles, was ist, gut ist und weshalb wir es dennoch verbessern können.“ Das Preisgeld beträgt eine Million Dollar.

Während Richard Kraft, der einstige Erzkonservative, an der Stanford Economy School an seinem Wettbewerbsbeitrag bosselt, lässt er seine Studienjahre, seine Freundschaften und Beziehungen und seine akademische Karriere Revue passieren. Nun lehnt sich alles in ihm auf gegen das, was er bisher geglaubt hat. Die wirtschaftsliberale New Economy überzieht er mit Spott, ebenso wie die Fragwürdigkeiten im Denken der Silicon-Valley-Ideologen von Apple, Google oder Facebook.

Jonas Lüscher hat einen politischen und philosophischen Roman über den Zeitgeist geschrieben, in einer eleganten Sprache, mit plastischer Figurenzeichnung und satirischer Schärfe.

EP: 5 €