DO\01.03.18\19:30
Kiesel im k42

Dil Leyla

Filmtage 2018
Dokumentarfilm von Asli Özarslan

Deutschland/Türkei 2016, 71 Minuten, OF mit dt. UT

Leyla Imret, als Kurdin in der Türkei geboren, erlebt als Kind, wie eine kurdische Demonstration von der türkischen Polizei gewaltsam beendet wird. Ihr Vater, ein Widerstandskämpfer, wird erschossen. Die Mutter schickt sie daraufhin zu einer Tante nach Deutschland, wo sie behütet aufwächst. Mit Mitte 20 hat Leyla das Gefühl, die politischen Zustände in der Türkei verbessern zu müssen, um ihre Familie und die Kurden überhaupt zu schützen. Sie geht zurück in ihre Heimatstadt Cizre, und wird dort die jüngste Bürgermeisterin der Türkei: mit 26 Jahren, blond, eine Frau, politisch links und Kurdin. Leyla macht das, obwohl man „als Kurde jederzeit einen Haftbefehl bekommen“ und „in der Türkei als Politiker erschossen werden kann“, erklärt sie. Sie kümmert sich um die Anliegen der Bevölkerung und ist äußerst beliebt. Doch dann spitzt sich die politische Lage nach Parlamentswahlen dramatisch zu. Ein schon mehrfach ausgezeichneter Film, der tiefe Einblicke in die aktuelle politische Lage der Türkei gewährt, und eine beeindruckende Protagonistin mit großer Zivilcourage und gesellschaftlichem Verantwortungsgefühl.

6 € (erm. 4 €)
Dokuticket“ (für alle 8 Filme): 18 € (erm. 12,50 €)