SO\16.02.20\14:00
Kiesel im k42

Chichinette – Wie ich zufällig Spionin wurde

Filmtage 2020
Dokumentarfilm von Nicola Alice Hens

Deutschland 2019, 84 Minuten, FSK: keine Angabe, OmU

Dieser Film zeigt das Gegenmodell zur Dauerbespaßung im Luxus-Altenheim (siehe Dokumentarfilm „Golden Age“): Die quirlige Marthe Hofnung Cohn, genannt „Chichinette“ (Die Nervensäge), tourt mit ihren 96 Jahren durch die Welt und erzählt ihre unglaubliche Lebensgeschichte. Als französische Jüdin erlebte sie den Zweiten Weltkrieg und wurde eher zufällig Spionin für die Alliierten in Nazi-Deutschland. Unter Lebensgefahr kämpfte sie dort für ein Ende des Krieges. Ausgestattet mit diversen Medaillen lebte sie anschließend 60 Jahre lang ein normales Alltagsleben – unter anderem in Lindau – und erzählte niemandem von ihren Erlebnissen. („Warum? Es hat halt niemand gefragt.“) Erst in hohem Alter wurde es ihr wichtig, ihre Erfahrungen vor allem mit der jungen Generation zu teilen. Denn „wenn man die Vergangenheit nicht kennt, kann man die Zukunft nicht gestalten“, findet Marthe Cohn.

Eine absolut fesselnde Geschichte mit einer überaus charmanten Protagonistin, deren Vorträge voller Pointen und Schlagfertigkeit sind.

6 € (erm. 4 €)

„Festivalticket“ (für alle Filme/Programme): 24 € (erm. 16,50 €)