MO\11.01.21\19:30
Graf-Zeppelin-Haus

Biedermann und die Brandstifter

Ein Lehrstück ohne Lehre von Max Frisch
Staatsschauspiel Dresden

Nicola Bremer Regie

19:00 Einführung

Fabrikant Biedermann will Ruhe und Gemütlichkeit. Auch wenn seine Frau meint, dass er bisweilen zu gutmütig sei, so kann man doch nicht ständig überall nur Schlechtes und Böses sehen. Er ist sich sicher: Die zwei armen Männer auf seinem Dachboden wollen bloß Obdach. Ihre kleinen Witzeleien über Brandstiftung sind zugegebenermaßen etwas unpassend, aber man ist doch nicht humorlos. Schließlich geht es auch um den eigenen Ruf, und als spießig und kleingeistig möchte Biedermann nicht gelten. Selbstsicherheit, Bequemlichkeit und der absolute Wille zum Guten lassen Biedermann übersehen, wofür Benzinfässer und Zündschnur doch eindeutiger Beweis sind: Er hat Brandstifter im Haus. Seine Annahme, dass deren deutlich ausgesprochene Drohung sicher so radikal nicht gemeint sein könne, wird zum letzten Anker vor der eigenen Ängstlichkeit und führt direkt in die Katastrophe. Als aufgeschlossener, vorurteilsfreier Mensch wird Biedermann den Männern in einem Akt des Vertrauens schließlich selbst die Streichhölzer reichen.

„Der die Verwandlungen scheut mehr als das Unheil, was kann er tun wider das Unheil?“ Eine zeitlose Frage, die Frisch dem Chor hier in den Mund gelegt hat!

33 / 26 / 18 / 11 €