DI\31.03.20\19:30
Graf-Zeppelin-Haus

Mein Freund Harvey

von Mary Chase
Deutsch von Alfred Polgar
Schauspiel Leipzig

Enrico Lübbe Regie

Elwood P. Dowd ist ein unauffälliger Mensch. Sehr höflich und sehr zuvorkommend. Seit er nachts an einer Straßenlaterne von Harvey angesprochen wurde, machen Elwood und Harvey alles gemeinsam: Sie gehen zu zweit in den Park, ins Konzert und in die Kneipe. Elwood teilt mit Harvey sein Haus, seine Gedanken und seine Zeitungsabos. Doch niemand außer Elwood hat Harvey je gesehen — und das, obwohl er ein großer Hase ist. Zwei Meter zehneinhalb, um genau zu sein. So sagt es Ellwood.

Für Elwoods Schwester Veta Louise und ihre Tochter Myrtle Mae wird das zum Problem: Wen kann man noch zum Dinner einladen, wenn Elwood spätestens zum Dessert allen seinen Hasen-Freund Harvey vorstellt? Kurzerhand beschließt Veta, Elwood in der Anstalt von Prof. Chumley unterzubringen. Allerdings — je länger Elwood in dieser Klinik ist, desto unsicherer wird die Annahme, dass es Harvey nicht gibt. Immer mehr Leuten scheint nun Harvey zu begegnen, Veta und auch Prof. Chumley nicht ausgenommen. Und was passiert mit dem freundlichen, großzügigen und herzlichen Elwood nach der Behandlung, wenn der Hase vielleicht weg ist, aber dafür die blanke Realität übrig bleibt?

„Mein Freund Harvey“ war das Erfolgs-Stück der Autorin Mary Chase und wurde 1945 mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet. Die Verfilmung mit James Stewart 1950 machte den großen Hasen Harvey weltberühmt. Doch „Mein Freund Harvey“ ist und bleibt, was es zuallererst war: eine großartige Theaterkomödie — und ein charmantes Plädoyer für Toleranz, ein Plädoyer für den großen unsichtbaren Hasen in unser aller Leben.

Über die Inszenierung am Schauspiel Leipzig schrieb die Presse:

„Unterm Strich ist die Inszenierung [vom Schauspiel Leipzig] eine Groteske, serviert mit einem staubtrockenen Humor, und das alles in einem langsamen Erzählfluss vorgetragen, der offenkundig Grenzen ausloten will. Enrico Lübbe dehnt das Stück nach allen Seiten und setzt es damit einer Spannung aus.“ (MDR Kultur)

33 / 26 / 18 / 11 €