DI\10.03.20\20:00
Kiesel im k42

Eugen Ruge liest aus „Metropol“

Autorenlesung

Mit seinem Debütroman „In Zeiten des abnehmenden Lichts“ (2011) hatte Eugen Ruge sofort internationalen Erfolg. Das Buch wurde gleich mit mehreren Preisen ausgezeichnet, darunter mit dem Deutschen Buchpreis. In dem Roman „Metropol“ kehrt Eugen Ruge zurück zur Geschichte seiner Familie – in einem besonderen  zeitgeschichtlichen Abschnitt.

Moskau, 1936. Die deutsche Kommunistin Charlotte ist der Verfolgung durch die Nationalsozialisten gerade noch entkommen. Im Spätsommer bricht sie mit ihrem Mann auf in die neue Heimat Sowjetunion. Sie sind Mitarbeiter des Nachrichtendienstes der Komintern, wo Kommunisten aller Länder beschäftigt sind. Umso schwerer wiegt, dass unter den „Volksfeinden“, denen gerade in Moskau der Prozess gemacht wird, einer ist, den Charlotte besser kennt, als ihr lieb sein kann.

Ungeheuerlich ist der politische Terror der 1930er Jahre, aber mehr noch: was Menschen zu glauben imstande sind. Der Roman „Metropol“ erzählt vom Schicksal von Menschen auf dem schmalen Grat zwischen Überzeugung und Wissen, Loyalität und Gehorsam, Verdächtigung und Verrat. „Die wahrscheinlichen Details sind erfunden“, schreibt Eugen Ruge, „die unwahrscheinlichsten aber sind wahr.“ Und die Frau mit dem Decknamen Lotte Germaine, die am Ende jenes Sommers im berühmten Hotel Metropol einem ungewissen Schicksal entgegensieht, war seine Großmutter.

5  €