Jetzt oder nie –
Filmtage Friedrichshafen

Vom 21. – 25. Februar 2019 fanden die Filmtage Friedrichshafen JETZT ODER NIE zum elften Mal statt.

Gezeigt wurden sieben lange Dokumentarfilme, 14 Kurzfilme im Wettbewerb und elf Kurzfilme für Kinder. Die meisten der Filmemacher/innen waren vor Ort, um mit dem Publikum über die Filme zu diskutieren.

Auch das Rahmenprogramm war ein Blickfang: Der bildende Künstler Frank Bölter faltete mit allen Interessierten Riesen-Origami-Fernseher, die in der Stadt aufgestellt wurden.

Sieger des Publikumspreises wurde „Facing Mecca“, ein 27-minütiger Film aus der Schweiz von Jan-Eric Mack. „Facing Mecca“ ist seine Masterarbeit an der Zürcher Hochschule der Künste. In diesem berührenden Kurzspielfilm geht es um Roli, einen Pensionär, der zufällig zur Stelle ist, als die Frau des Flüchtlings Fareed verstirbt. Roli möchte Fareed helfen, denn es gibt Probleme mit der Beerdigung: Unter anderen sind die Gräber nicht gegen Mekka ausgerichtet.

Sieger des Jurypreises wurde „Tracing Addai“ von Esther Niemeier. Diese 30-minütige Kurzdokumentation ist ihr Abschlussfilm an der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf. Er beschreibt die Entwicklung von einem innerlich zerrissenen jungen Mann hin zu einem zweifelnden IS-Kämpfer. Die Begründung der Jury: „Was treibt einen jungen Mann an, seine Heimat zu verlassen, um sich dem IS anzuschließen? Der Film „Tracing Addai“ begibt sich auf eine Spurensuche. Durch Emails zwischen Sohn und Mutter, sowie Interviews mit einem Weggefährten, sucht die Filmemacherin nach Antworten. Sie mischt dabei reale Aufnahmen mit Animationen und erschafft durch diese Verfremdung eine hohe Glaubwürdigkeit und zugleich eine ganz eigene Wirklichkeit. Sowohl die ungewöhnliche, künstlerische Umsetzung, als auch das sehr persönliche Anliegen haben die Jury extrem beeindruckt. Brisant, visuell herausragend und mit großer Nähe zu seinen Protagonisten, ist „Tracing Addai“ ein intensiver, bewegender und gesellschaftlich hoch relevanter Film.“

Eine lobende Erwähnung der Jury erhielt der Film „Nachtschicht“ von David Dybeck, ein amüsanter Kurzspielfilm über einen übernächtigen Supermarktverkäufer. Die Begründung der Jury: „Skurril inszenierte Figuren treffen zu später Stunde aufeinander. Alltägliches trifft auf Politisches, Turbokarriersten auf Kapitalismuskritiker. Die Komödie „Nachtschicht“ beschreibt treffsicher ein Lebensgefühl zwischen Partyleben, Pflichtbewusstsein und persönlichen Sehnsüchten. Stilsicher inszeniert Regisseur David Dybeck seine liebenswerte Hauptfigur auf ihrer Suche nach Ruhe um Mikrokosmos eines `Spätis`. Musikalisch, rasant, voller Sprachwitz und schwarzem Humor. Macht Lust auf mehr.“

Nun freuen wir uns auf die Filmtage 2020!

 

 

 

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