MO\21.01.19\20:00
Kiesel im k42

Norbert Hummelt liest aus „Der Atlas der Erinnerung“

Autorenlesung

Norbert Hummelt ist durch mehrere Gedichtbände bekannt geworden, für die er mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet wurde. „Der Atlas der Erinnerung“ ist sein erstes Prosabuch. Er erkundet darin Landschaften und Orte, literarische, historische oder ganz beiläufige Schauplätze. Wie war das seinerzeit, als halbwüchsiger Westbürger die DDR zu besuchen? Der große Plattenladen von «Saturn» in Köln – was war dieses einstige Mekka gelebter Musik gegen das öde Schaulager elektronischer Bespaßungsgeräte heutiger Tage? Wie wäre es, sich auf die Spuren von Eichendorff in Oberschlesien zu begeben? Und was verbirgt sich eigentlich hinter der Adresse «Blabber 1», an der Günter de Bruyn irgendwo im Brandenburgischen wohnt?

Unterwegs zu sein ist für diesen Autor eine Lebens- und Erkenntnisform, wobei es gleichgültig ist, ob er den Orten einstiger Familienausflüge in der Kindheit nachgeht oder durch die Allerweltsstraße flaniert, an der er heute in Berlin wohnt. In Norbert Hummelts Texten spürt man, dass eigentlich alles interessant und belebend ist – jeder Moment wirklicher Gegenwart und jede merkwürdige Beobachtung, sei sie auch noch so beiläufig. All dies aber vollzieht sich erst in der Sprache – und hier beginnt das große Geheimnis.

5 €