MO\06.04.20\20:00
Kiesel im k42

Norbert Scheuer liest aus „Winterbienen“

Autorenlesung

Bienen züchten, Frauen lieben, Bücher lesen und irgendwie am Leben bleiben. Das ist die Devise von Egidius Arimond, der Latein- und Geschichtslehrer war und aus dem Schuldienst entlassen worden ist. Es ist das Jahr 1944. Während die Front von Westen her immer näher an die Eifel rückt, gerät Egidius, der unter Epilepsie leidet, in höchste Gefahr. Nicht nur bringt er als Fluchthelfer jüdische Flüchtlinge in präparierten Bienenstöcken über die Grenze nach Belgien, er verstrickt sich auch in Frauengeschichten. Während die Bomben der britischen und amerikanischen Flugzeuge auch auf die Eifel zu fallen beginnen, werden die Flüchtlingsfahrten immer riskanter und immer seltener. Arimond geht das Geld aus, und damit fehlen ihm die Medikamente, die er zum Überleben braucht. Die Krankheit veranlasst Egidius dazu, ein Tagebuch zu verfassen; in ihm hält er sein Leben gegen das Vergessen fest, das die nicht behandelte Epilepsie mit sich bringt. Er notiert: „das Einzige, was bleibt, sind die Notizen. Sie halten mich am Leben, sind meine einzige Erinnerung. Ich spüre, wie ich mit jedem Anfall mehr und mehr vergesse“.

Norbert Scheuers vielschichtiger Roman „Winterbienen“ war einer der Favoriten für den Deutschen Buchpreis 2019 und erhielt den Wilhelm-Raabe-Literaturpreis.

5 €