DI\10.11.20\20:00
Kiesel im k42

Ursula März liest aus „Tante Martl“

Autorenlesung

Ursula März hat „Tante Martl“ zur Hauptfigur ihres autobiographischen Romans gemacht und sie erzählt anhand der Geschichte ihrer Patentante ein Frauenleben der Kriegs- und Nachkriegsgeneration in der pfälzischen Provinz – zwischen Selbstlosigkeit und Eigenständigkeit. Der Vater, der sich nach zwei Töchtern endlich einen Stammhalter gewünscht hatte, kocht vor Wut und meldet sie in seiner Enttäuschung auf dem Amt als Martin an. Für eine Woche ihres jungen Lebens ist Tante Martl auf dem Papier ein Junge. Sie wird die ungeliebte Jüngste, die keinen Mann findet, dafür aber einen Beruf als Volksschullehrerin. Nie verlässt sie die westpfälzische Kleinstadt, in der sie geboren wurde, ja nicht einmal ihr Elternhaus. Und obwohl sie ihren Vater jahrelang pflegt, während ihre Schwestern Familien gründen, bewahrt sie ihre Selbstständigkeit. Wie Tante Martl das schafft und in hohem Alter noch einen großen Fernsehauftritt bekommt, erzählt Ursula März mit berührender Empathie und großem Humor.

Ursula März ist seit den 1990er Jahren Literaturkritikerin und Feuilletonistin u. a. für die Frankfurter Rundschau und für „Die Zeit“. Sie war Jurorin beim Ingeborg Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt und wurde 2005 mit dem Berliner Preis für Literaturkritik ausgezeichnet.

„Nie wurde über ein Frauenleben in den 60er-Jahren empathischer geschrieben als hier.“, (myself)

„Ein liebevolles, einfühlsames und höchst unterhaltsames Buch.“ (Stern)

5 €