MO\05.10.20\20:00
Kiesel im k42

Verena Roßbacher liest aus „Ich war Diener im Hause Hobbs“    

Autorenlesung

„Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Nennung meines Berufs immer wieder auf ein gewissermaßen natürliches voyeuristisches Interesse stößt, kaum jemand, der sich dem entziehen kann.

Christian, ein junger Diener, blickt zurück, um zu verstehen, wie es zu dem Skandal und dem überraschenden Todesfall in der besten Zürcher Gesellschaft kommen konnte. Er hatte eine Butler-Ausbildung in Holland gemacht und die Stelle bei Familie Hobbs in Zürich angetreten. Feine, neureiche Leute: die schöne Frau Hobbs und ihr steifer Banker-Ehemann Jean-Pierre, dessen kunstbohèmehafter Zwillingsbruder Gerome, dazu zwei kleine Kinder. Bis Christian den Toten im Gartenpavillon neben der blutbespritzten Chaiselongue fand. Erinnerungen an die Jugendzeit im österreichischen Feldkirch drängen sich in die Rekonstruktion: Vier genialisch provinzielle Jungs, die das gute Gefühl haben, dass sie am Anfang von etwas Großem stehen. Christian erzählt vom Auseinanderdriften der Freunde, von seinen ersten Jahren im Hobbs’schen Haushalt, von verwirrenden nächtlichen Zimmerbesuchen, liebevoll inszenierten Familienporträts und dem fatalen Moment, als die einnehmende Hausherrin seinen alten Freunden begegnet. Und während er die Untiefen der eigenen Schuld auslotet, kommt er einem großen Geheimnis auf die Spur.

Verena Roßbachers dritter Roman ist ein literarisches Ereignis voller psychologischer Brillanz, umwerfender Poesie und doppelbödigem Humor. 1979 in Bludenz/Vorarlberg geboren und aufgewachsen in Österreich und der Schweiz, studierte sie einige Semester Philosophie, Germanistik und Theologie in Zürich, dann am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. Bisher erschienen „Verlangen nach Drachen“ (2009) und „Schwätzen und Schlachten“ (2014).

5 €